News

Tiemann-Gruppe begeht 110. Jahr ihres Bestehens

Familienbetrieb in fünfter GenerationAngemessener hätte der Rahmen für die 200 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung nicht sein können: Die Tiemann-Gruppe hatte ins Haus Schütting geladen, den Sitz der Handelskammer Bremen, dessen älteste erhaltene Urkunde auf das Jahr 1451 datiert. Später ging es dann in den nicht minder repräsentativen Festsaal des Bremer Rathauses direkt gegenüber.

Angemessener war der Rahmen schon deshalb, weil an diesem Tag ein mittelständisches Familienunternehmen auf 110 Jahre erfolgreichen Bestehens zurückblickte. Außerdem hat es die Weichen in Richtung fünfte Unternehmergeneration gestellt. Beides ist heute keineswegs mehr selbstverständlich.

Gegründet wurde die Firma Tiemann 1905 und widmete sich zunächst dem Handel mit Rohtabak. Doch im Zuge der Industrialisierung verlegte man sich mehr und mehr auf andere Geschäftsfelder, wie dem Gütertransport. Schon 1924 rollten die ersten sechs Bulldogs durch Bremens Straßen und transportierten Bierfässer der Brauerei Becks zum Hafen. Tiemann und Lanz (Mannheim) gingen damals eine Ehe ein, die bis heute hält und über die Jahrzehnte an Stärke gewonnen hat, mit dem Unterschied, dass die Marke Lanz 1956 von John Deere übernommen wurde.

Eine ähnliche Verbundenheit gibt es mit MAN, dem Hersteller von Lkw und Bussen. Diese begann vor 81 Jahren mit der Anschaffung einer sogenannten Straßenzugmaschine, berichtete der jetzige Firmenchef, Dr. Dirk Plump. Die Familie Plump, seit 300 Jahren in Bremen ansässige Kaufleute (Getreidehandel, Bankhaus) kam in der Tiemann-Historie nach dem Zweiten Weltkrieg ins Spiel. Sie hat das Unternehmen schrittweise ausgebaut und fortwährend den sich verändernden Märkten angepasst. Heute verfügt die Tiemann-Gruppe über 16 Standorte mit einer Gesamtbetriebsfläche von 27 ha im Elbe-Weser- Dreieck, beschäftigt knapp 500 Mitarbeiter „mit gesundem Altersdurchschnitt“ und hat ständig 60 bis 80 Auszubildende in ihren Reihen.

Laut Heinz- Jürgen Löw, Vorstand der MAN Truck and Bus AG, zeigen sowohl der Kundenzufriedenheitsindex wie auch der im Vergleich zur weiteren MAN Vertriebsorganisation weit überdurchschnittliche Marktanteil die besondere Stärke der Firma Tiemann. Auch daher „freue man sich auf eine lange weitere Zusammenarbeit“.   

Dr. Olaf Turß, Geschäftsführer Vertrieb bei John Deere, bezeichnete in seinem Grußwort die Tiemann- Gruppe als „Vertriebspartner der ersten Stunde“ wie auch als festen Bestandteil der „Händler der Zukunft“-Strategie von John Deere. Der Handel mit Landtechnik sei heute „vielmehr als Maschinen zu verkaufen“. Er, Turß, schätze das Unternehmen als „Spezialist für Verkauf und Service“ und betonte, „die Menschen sind der Unterschied, der den Erfolg ausmacht“.

Zu den seit 2005 sechs neu gegründeten beziehungsweise in den vergangenen Jahren ausgebautenTiemann- Standorten gehört der in Sittensen, mit 500 m Front direkt an der A1. Dort ist der Landtechnikhandel konzentriert, der neben John Deere ein stattliches Sortiment an Maschinen und Geräten für Außen- und Innenarbeiten namhafter Hersteller umfasst, die man kaufen oder auch mieten kann. Fragt man Dirk Plump, was den mehr als hundertjährigen Erfolg der Firma ausmacht, sagt er knapp: „Nähe zu den Kunden, zufriedene Kunden und Verbundenheit mit der Region.“